Ticker Nr. 3, 21.01.2010

Sawicki bleibt vorerst im Amt

Peter Sawicki, Chef des Instituts für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG), bleibt vorerst im Amt. Der Institutsvorstand hat auf seiner Sitzung am Mittwoch keine Personalentscheidung über den zuletzt umstrittenen Institutsleiter getroffen. Jetzt soll der Stiftungsrat entscheiden. Der zwölfköpfige Rat besteht aus Vertretern von Krankenkassen, Ärzteschaft und Kliniken, genehmigt den Haushalt und ernennt den Vorstand.


15 Prozent mehr

Die patentgeschützten Arzneimittel haben die Arzneimittelausgaben der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) mehr denn je in die Höhe getrieben, behauptet der Branchenverband Pro Generika e.V. und bezieht sich auf neueste Zahlen des Marktforschungsinstituts IMS HEALTH. Demnach haben die Ärzte von Januar bis November 2009 rund 50,3 Millionen Packungen patentgeschützter Arzneimittel an GKV-Versicherte verordnet. Gegenüber dem Vorjahreszeitraum sei dies ein Anstieg von 6,4 Prozent. Gleichzeitig hätten die Krankenkassen mit 9,14 Milliarden Euro rund 1,196 Milliarden Euro mehr für die Arzneimittelgruppe ausgegeben, was einem Ausgabenanstieg um 15 Prozent entspreche. Patentgeschützte Arzneimittel seien im Durchschnitt erheblich teurer geworden.


Vorsorgeausgaben stark gestiegen

Die Ausgaben der gesetzlichen Krankenkassen für Gesundheitsvorsorge und Verhütung sind auf rund fünf Milliarden Euro gestiegen. Vor zehn Jahren seien es knapp drei Milliarden Euro, Anfang der 90er Jahre zwei Milliarden, teilte der GKV-Spitzenverband mit. Der Präventionsbericht 2009 weist für das Jahr 2008 rund 1,76 Milliarden Euro für Impfungen aus, 800 Millionen Euro für Krebsfrüherkennung, 430 Millionen für medizinische Vorsorge und 370 Millionen Euro für die Früherkennung von Zahnerkrankungen bei Kindern und Jugendlichen.


Ausblick negativ

Die Ratingagentur Moody´s stuft in ihrem aktuellen Branchenausblick die Pharmaindustrie negativ ein. Grund sei vor allem der in den nächsten Jahren ablaufende Patentschutz für Arzneimittel verschiedener Firmen. Die Agentur hat 35 Pharmaunternehmen und vier Generika-Hersteller bewertet.


Heiße Phase?

Der Verkauf von Ratiopharm geht angeblich in die heiße Phase, schreibt die Financial Times Deutschland. Bis Anfang Februar sollen demnach verbindliche Angebote der Bieter vorliegen. Als Bieter werden Pfizer, Teva und der Finanzinvestor EQT mit dem Generikahersteller Actavis genannt. Neben einigen Investorengruppen wird darüber hinaus aber auch Sanofi Aventis als Interessent gehandelt.


Rösler will Gesetzeslücke schließen

Privatversicherte Hartz-IV-Empfänger müssen sich in der privaten Krankenversicherung (PKV) im Basistarif versichern. Da der Hartz-IV-Regelsatz nicht ausreicht, um die Beiträge zu finanzieren, wachsen die Beitragsschulden in dieser Versichertengruppe. Sozialgerichte haben diesen Umstand bereits mehrfach als verfassungswidrig moniert. Bundesgesundheitsminister Philipp Rösler will die Gesetzeslücke nun schließen. Künftig sollen die Jobcenter die Beitragslücke von rund 150 Euro monatlich zusätzlich übernehmen.


Kippt die US-Reform?

Bei einer Neuwahl im US-Bundesstaat Massachusetts, wegen des Todes von Senator Ted Kennedy, haben die Republikaner nach über 47 Jahren den Demokraten einen Senatorensitz abgerungen. Dies wird nicht nur als generelle politische Schlappe für Präsident Obama gewertet, sondern könnte auch seine Gesundheitsreform ins Wanken bringen, weil die strategische Mehrheit von 60 Sitzen im US-Senat nun verloren ist.


Spitzenreiter

Nirgendwo gehen die Menschen so häufig zum Arzt wie in Deutschland, stellt der Arztreport 2010 der Barmer GEK fest, den die Krankenkasse in Berlin präsentierte. Die Zahl der Arztbesuche pro Versichertem sei 2008 von 17,7 im Vorjahr auf 18,1 angestiegen. Im Durchschnitt würden 45 Patienten pro Werktag niedergelassene Ärzte besuchen, für jeden bleibe eine Behandlungszeit von acht Minuten. Die Behandlungsfrequenz sei damit doppelt so hoch wie im Ausland, so das Fazit der größten deutschen Krankenkasse.



Tanja Wilcke, Pressesprecherin

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