Ticker Nr. 45+46, 17.11.2011

GKV-Arzneimittelausgaben 2011 rückläufig

Die Ausgaben für Arzneimittel und Test-Diagnostika belaufen sich laut Datendienstleister IMS Health für den gesamten GKV-Markt (GKV: Gesetzliche Krankenversicherung) in den ersten neun Monaten 2011 auf knapp 22,3 Mrd. Euro zu Apothekenverkaufspreisen (AVP). Bereits abgezogen sind hier die von den Pharmaherstellern zu leistenden Zwangsrabatte sowie die Nachlässe der Apotheken gegenüber der GKV. Unberücksichtigt sind Einsparungen aus Rabattverträgen und Patientenzuzahlungen. Im Vergleich mit den ersten neun Monaten des Vorjahres ergibt sich ein Ausgabenminus von 2,7%. Der Absatz nach Packungen erhöht sich geringfügig um +0,7%. Ohne Impfstoffe, die bei der GKV über eine andere Kostenstelle verbucht werden, betragen die Ausgaben 21,6 Mrd. Euro bei einem Rückgang von 2,5%.


Mehrheit für Cannabis in Apotheken

Die große Mehrheit der Bundesbürger ist, laut DAZ-Online, für den Einsatz cannabishaltiger Arzneimittel zur Therapie chronischer Schmerzen. Dies sei das Ergebnis einer aktuellen Online-Umfrage des Hamburger Markt- und Trendforschungsinstituts EARSandEYES, an der 1.000 Bundesbürger ab 16 Jahren teilnahmen. 84 Prozent der Befragten glauben nicht daran, dass es jemals eine Gesellschaft ohne Drogen geben wird. 73 Prozent der Umfrageteilnehmer sprachen sich dagegen aus, alle Drogen generell frei zugänglich zu machen. Auch gegen eine Legalisierung von Cannabis stimmten 60 Prozent der Befragten – sie halten Cannabis für eine Einstiegsdroge (73 Prozent), die psychisch abhängig macht (61 Prozent) und auch psychische Schäden verursachen kann (54 Prozent). Die 40 Prozent der Befragten, die sich für eine Legalisierung von Cannabis aussprachen, nannten als Hauptgründe die positiven Wirkungen (63 Prozent), einen zu erwartenden Rückgang der organisierten Kriminalität (60 Prozent) sowie den Wunsch nach Selbstbestimmung darüber, ob man Hanf in irgendeiner Form zu sich nehmen möchte oder nicht (57 Prozent).Eindeutig war jedoch, dass die absolute Mehrheit den Einsatz cannabishaltiger Medikamente im Rahmen einer Schmerztherapie befürwortet: 81 Prozent der Umfrageteilnehmer finden die seit Mai geltende Gesetzesneuregelung, wonach cannabishaltige Medikamente in Deutschland hergestellt und Schmerzpatienten ärztlich verordnet werden dürfen, gut.


ABDA lehnt APBetrO-Novelle ab

Die ABDA fordert die Beibehaltung der flächendeckenden und umfassenden Versorgung durch vollwertige Apotheken. Damit widerspricht die ABDA - Bundesvereinigung Deutscher Apothekerverbände einigen Regelungen des Referentenentwurfs zur Novellierung der Apothekenbetriebsordnung (ApBetrO). "Sonderregeln für Filialverbünde lehnen wir ab, denn es darf keine zweitklassigen Apotheken geben. Das widerspricht unserem Versorgungsauftrag und dem erklärten Willen des Verordnungsgebers, die Versorgung im Nahbereich der Apotheken zu verbessern", sagt ABDA-Präsident Heinz-Günter Wolf. "Wer in eine Apotheke kommt, vertraut zu Recht darauf, dass er umfassend vorsorgt wird. 'Ein bisschen Apotheke' geht nicht." Zu den Leistungen der Apotheke gehören laut Wolf auch die Herstellung von Rezepturen und die Versorgung im Nacht- und Notdienst. Im Referentenentwurf zur ApBetrO ist geplant, dass Filialapotheken keine Rezepturen herstellen müssen. Wolf: "Jede Apotheke muss in der Lage sein, dringend benötigte Rezepturen herstellen zu können - das ist auch im Notdienst essentiell."

"Um hochwertige Arzneimittel herstellen zu können, müssen in jeder Apotheke die wissenschaftlichen Hilfsmittel und ein Labor zur Prüfung der Ausgangsstoffe vorhanden sein", sagt Wolf. "Diese Ausrüstung in Filialapotheken einzuschränken, ist keine sinnvolle Deregulierung - hier wird am falschen Ende gespart." Wegen der überragenden Bedeutung für die Apotheken wurde die Stellungnahme zur ApBetrO heute von einer außerordentlichen Mitgliederversammlung der ABDA intern diskutiert. Bis zum 18. November wird die ABDA eine umfassende Stellungnahme zum gesamten Referentenentwurf erarbeiten und kommunizieren.


Kabinett billigt Pflegereform

Das Bundeskabinett hat die Eckpunkte zur Pflegereform gebilligt. Vor allem den 1,4 Millionen Demenzkranken soll besser geholfen werden, der Grundsatz "ambulant vor stationär" solle weiter gestärkt werden, außerdem sollen pflegende Angehörige besser unterstützt werden.



Tanja Wilcke, Pressesprecherin

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